Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712177
Italien. 
In Italien hatte der lobenswerthe Anfang des 
Kupferstichs bei Mark-Anton keine Fortschritte 
gemacht. Mark-Anton hatte Beifall gefunden, weil 
er in einem gefälligen und zweckmässigen Carton- 
stich die Zeichnungen RaphaePs, seines Freundes, 
vervielfältigte. Viel weniger schön mochte dies einem 
Bonasone gelingen, der sich nach ihm gebildet, und 
auch gute Anlagen hatte; aber Blätter, wie die Ge- 
schichte der Juno, wo er mit einem Gemisch von 
Strichen, als ob er keine Regel der Schraffire 
gekannt hätte, den Schatten bildet, konnten trotz 
der dichterischen Ergüsse, womit er sie begleitete, 
schwerlich Beifall finden. Auch Georg Ghisi konnte 
den Verfall nicht aufhalten, wenn nicht eine neue 
Anregung von Holländern gegeben wäre. Wie Vor- 
treffliches nun auch von einigen italienischen Meistern 
geleistet wurde, dennoch blieb der Kupferstich im 
17. Iahrhundert nur eine sporadische Erscheinung. 
Die Maler, welche stets das Ansehen vor den Kupfer- 
stechern behaupteten, fuhren fort, ihre flüchtigen 
Erfindungen durch die Radirung zu vervielfältigen. 
Als aber am Schluss des 17. Jahrhunderts die Malerei 
erschöpft war, gelangte mit dem Beginn des I8. Jahr- 
hunderts durch Anregung aus der römischen Schule 
und in Folge des wieder erneuerten Studiums der 
Antike der Kupferstich zu einer Bedeutung, die er 
bisher in Italien nicht gehabt hatte. Er trat jetzt 
in die Lücke, die im Kunstleben Italiens durch die 
Maler nicht mehr ausgefüllt werden konnte. Als 
dann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der 
Maler Gavin Hamilton den Entschluss fasste, 
die besten Gemälde der italienischen Maler durch
        

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