Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712149
trieben werden können, auch keine harte Conturen 
vorkommen, so eignet sie sich sehr wohl für Por- 
traits, weniger für Historie, für welche der Grab- 
stichel das würdigste und wirksamste Instrument ist 
und bleibt.  
Das natürliche Bedürfniss des Auges, in einer 
Abbildung Farbe sehen zu wollen, führte zu der Er- 
iindung der 
Tuschmanier 
(Aquatinta). 
Der Erfinder dieser Stichart war der Franzose 
le Prince, der schon 1768 Versuche damit machte, 
oder nach Anderen der Abbe Saint-Non, der 
schon früher diese Manier gekannt haben soll. Als 
die Technik dieser Manier in Deutschland bekannt 
ward, ergriff sie joh. Grottlieb Prestel, als er 
um's Jahr 1776 nach längerem Aufenthalt in Italien 
und der Schweiz nach Nürnberg kam, wo er in Ge- 
meinschaft mit seiner Frau Marie Katharine, 
geb. Höll, mehrere schöne Blätter in dieser Manier 
herausgab. Da er jedoch in Nürnberg keinen Bei- 
fall fand, begab er sich nach Frankfurt  wo er 
1808 gestorben ist. Mit seinen Launen und Grillen 
verbitterte er seiner Frau so sehr das Leben, dass 
sie ihn 1786 verliess und nach London zog, wo sie 
die Tuschmanier einführte, in welcher die Engländer 
nachher so vortreffliches leisteten. Weit übertroffen 
Ward Prestel von Wilhelm Kobell, in Mannheim 
1766 geboren und als Professor der Akademie in 
München 18 5 3 gestorben. Seine Aquatintablätter, 
die er in den Jahren 1787 bis 1803 verfertigte, ge- 
hören zu dem Vorzüglichsten, was in dieser Stich-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.