Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712117
1657 nimmt er mit den Worten: hujus sculpturae 
modi primus inventor Ludovicus a Siegen die Ehre 
der Erfindung ausdrücklich in Anspruch. Vielleicht 
hatte er dazu guten Grund, denn er hatte einige 
Jahre früher, im Jahre 1654, zu Brüssel das Geheim- 
niss dieser Erfindung dem Prinzen Ruprecht von der 
Pfalz, einem Sohne des unglücklichen Churfürsten 
Friedrichs V. von der Pfalz mitgetheilt, der nach 
seiner Rückkehr nach London schon im Jahre 1656 
selbst in seinem eignen Portrait diesen novum sculp- 
turae modum in Anwendung brachte, das Geheimniss 
auch anderen Kupferstechern mitgetheilt hatte, und 
so, wenigstens in England, wo diese Kunst sofort 
mit Beifall aufgenommen, und schon nach Wenigen 
Decennien von John Smith mit grosser Geschicklich- 
keit und Zartheit executirt wurde, als der Erfinder 
derselben genannt und gerühmt werden mochte. 
Auch in Deutschland ward diese Kunst bald be- 
kannt und beliebt. Einer der ersten, der Gebrauch 
davon machte, war der Goldschmied Georg An- 
dreas Wolfgang, der Vater der oben schon ge- 
nannten Gebrüder Wolfgang. Seine Arbeiten waren 
freilich nur Versuche; bald aber gelangen die Ver- 
suche besser, und Augsburg konnte sich rühmen, zu 
seiner Zeit die besten und beliebtesten Künstler in 
der Schwarzkunst zu besitzen. Elias Christoph 
Heiss, der sich in Augsburg niederliess, erwarb 
sich mit seinen vielen geschabten Blättern, meist 
Portraits, obwohl darunter nicht viel gutes war, doch 
ein solches Vermögen, dass er sich ein Rittergut bei 
Memmingen kaufen konnte, auf welchem er 17 31 ge- 
storben ist. Sein Schwiegersohn, B ernhard 
Vogel aus Nürnberg, 1683-1737, obwohl er ein 
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