Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711958
Eine dritte Kupferstecher-Familie in Augsburg 
war die der Wolfgang. Der Goldschmied Georg 
Andreas Wolfgang aus Chemnitz in Sachsen 
hatte sich in Augsburg niedergelassen, wo er sich 
auch mit dem Kupferstich beschäftigte, und der erste 
in Augsburg war, der Versuche in der Schwarzkunst 
machte. Seine Söhne waren Andreas Matthäus 
Wolfgang, 1662  1736, und Johan Georg 
Wolfgang, 1664-1748. Beide Brüder geriethen 
auf einer Seereise nach London in Gefangenschaft 
von Seeräubern. Der Vater befreite sie , worauf 
Andreas Matthäus in Augsburg blieb, Iohan Georg 
aber 1704 als Hofkupferstecher nach Berlin berufen 
ward, wo er auch gestorben ist. Beide haben viele 
Portraits gestochen, die Iohan Georg für den da- 
maligen Geschmack schön und zart behandelte, 
dadurch einen Ruf und zahlreiche Bestellungen er- 
hielt. Die Fleischpartien pflegte er oft zu punktiren. 
Einige wohlgelungene Stiche von ihm sind Maur0- 
cordatus , der Baron v. Fuchs und das Fräulein 
Chwalkowska. 
Einer der besten Kupferstecher seiner Zeit war 
der Augsburger Elias Hainzelmann, 1640 bis 
1693, der sich in Paris unter Poilly gebildet und 
dessen Manier sich angeeignet hatte. Nach seiner 
Rückkehr stach er viele schöne Portraits. Sein 
Bruder Johann, 1641 geboren, hatte sich ebenfalls 
unter Poilly gebildet, war aber ein besserer Zeichner 
als Elias. Er starb als Hofkupferstecher in Berlin. 
Wenig bedeuten: Jacob Andreas Friedrich 
und Daniel Herz, 1693_1754, Director der 
Kaiserl. Kunstakademie in Augsburg; er verunstal- 
tete seine Stiche durch geschmacklose Einfassungen. 
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