Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711927
nur ein sehr mittelmässiger Portraitstecher, hat aber 
gleichwohl sehr viele Portraits in Kupfer gestochen, 
die er theils einzeln, theils in grösseren Sammlungen 
in seinem Kunstverlage herausgab, für welchen er 
auch seine Schüler und unter diesen besonders seinen 
eignen ältesten Sohn Raphael Custos und seine 
beiden Stiefsöhne Lukas und Wolfgang Kilian be- 
schäftigte. Er starb 1612. Sein rechter Sohn Ru- 
dolph hat in Gemeinschaft mit seinen beiden Stief- 
brüdern mehrere Sammlungen herausgegeben, wie 
die Folge von 14 Bll. Nimbus calamitatum etc. u. a. 
Lukas Kilian, in Augsburg 1579 geboren und 
kinderlos 1637 gestorben, wurde von seinem Stief- 
vater sorgfältig zum Kupferstecher ausgebildet und 
zu seiner Vervollkommnung nach Venedig geschickt, 
wo er mehrere Platten stach, die er in den Verlag 
seines Stiefvaters sandte. Sein erster Versuch war 
der Sieg des Kaisers Rudolph über die Türken. Er 
bildete sich zu einem gewandten Kupferstecher, dem 
es möglich war, in einer Woche zwei Portraits zu 
stechen, deren er überhaupt viele gestochen hat. In 
seinen historischen und mythologischen Stichen folgte 
er der Manier des H. Goltzius und Joh. Müller, und 
führte wie sie den Grabstichel mit grosser Leichtig- 
keit und Kühnheit, dass er zu seiner Zeit dem 
Aegidius Sadeler zur Seite gestellt werden konnte. 
Eins seiner Hauptblätter ist der Raub der Pro- 
serpina, nach 10h. Heintz auf 2 Platten in Fol.  
Sein jüngerer Bruder Wolfgang Kilian, in 
Augsburg 1581 geboren und 1662 gestorben, erhielt 
von seinem Stiefvater eine eben so sorgfältige Aus- 
bildung, konnte aber sein Talent nicht so entwickeln, 
weil während des 30jährigen Krieges häusliche Noth
        

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