Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710877
fältigt, und dass sie also die Ersten, und unter den 
Ersten Martin Schön der beste und geschulteste 
Goldschmied gewesen seien, die eine auch sonst 
schon bekannte Technik nur in anderer Weise und 
zu anderen Zwecken angewendet haben. Dass sie 
aber die Erfinder dieser Technik, oder dass es 
Martin Schön gewesen wäre, kann daraus nicht be- 
hauptet werden. Die Wege aber, auf welchen in 
Deutschland die ersten Kupferstiche verbreitet und 
bekannt wurden, lassen die Vermuthung zu, dass 
gleichzeitig auch andere deutsche Goldschmiede 
es mit dem Kupferstich versucht haben. Jedenfalls 
aber ist die Behauptung abzuweisen, dass der 
Kupferstich von Italien nach Deutschland gekommen 
sei, wogegen einmal der Weltverkehr spricht, 
der deutsche Kupferstiche nach Italien führte, und 
dann „die deutsche Art" des deutschen Kupferstichs, 
dem zunächst der italienische Idealismus fern ge- 
blieben ist. 
Wie dem aber auch sei, Göthe hat wohl recht, 
wenn er sagt: "Vieles kann lange erfunden, entdeckt 
sein, und es wirkt nicht auf die Welt; es karm 
wirken, und doch nicht bemerkt werden; wirken 
und doch nicht in's Allgemeine greifen; dess- 
wegen jede Geschichte der Erfindungen sich mit den 
wunderbarsten Räthseln herumschlägt". 
Dies Wort gilt in jeder Beziehung von der 
Kupferstecherkunst. Und da wir uns hier nicht mit 
„den Räthseln der Erfindung herumschlagen" wollen, 
so beginnen wir unsere Geschichte mit der Zeit, wo 
der Kupferstich wirklich auftritt und mit Göthe zu 
reden, „bemerkt wird und in das Allgemeine. zu 
greifen" anfängt. Diese Zeit ist ohne allen Wider-
        

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