Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711809
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Visscher und hat mit Geschmack Portraits, aber 
auch Historien gestochen.  Rob ert van Auden- 
Aerd aus Gent (1663-1713), ging 1685 nach Rom, 
wo er in die Schule von Carl Maratti kam und mit 
dem Schweizer Jakob F rey sein Lieblingsstecher 
ward. Maratti, der seine Anlagen zur Stecherkunst, 
namentlich zum Radiren bemerkt hatte, gab ihm den 
Rath, sich ganz der Stecherkunst zu widmen, sich 
aber auch bei historischen Stücken des Radirens zu 
bedienen. Er befolgte den Rath und hat in der 
malerischen Manier, wie sie Maratti liebte, vieles 
nach diesem Maler in Kupfer gestochen. Wie 
Maratti der letzte römische Maler, so war Auden- 
Aerd der letzte flandrische Kupferstecher. In den 
bürgerlichen und politischen Zuständen des Landes 
verlor der Kupferstich, wie in Holland, alle Theil- 
nahme. 
Da hier des Jakob Frey gedacht ist, so mag 
er sich auch dem letzten flandrischen Kupferstecher 
anschliessen. Er war 1681 in Luzern geboren, wo 
er das Handwerk eines Stellmachers erlernte. Ein 
Vetter von ihm, der ein geschickter Arbeiter in 
Messing und Elfenbein war, bemerkte sein Kunst- 
talent und brachte ihn nach Rom, wo er durch seine 
Grabstichelarbeiten Beachtung fand, und von Maratti, 
dem er empfohlen war, in seine Schule aufgenommen 
wurde. Maratti liebte den Grabstichel nicht, er fand 
ihn zu hart und empfahl seinem talentvollen Schüler, 
sich lieber mit der Nadel vertraut zu machen, die 
mehr Malerisches habe. So ward Frey ein Kupfer- 
stecher nach dem Geschmack des Maratti; er radirte 
das Meiste in seinen Werken und setzte das Ganze 
mit dem Grabstichel in eine malerische Harmonie.
        

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