Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711786
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den Ausdruck in der Physiognomie mit Sorgfalt 
behandelt. In dieser Weise haben alle Kupferstecher 
dieser Schule das Portrait wie die Historie gestochen. 
Lukas Vorstermann begab sich um 1624 nach Lon- 
don, wo er viele Portraits stach.  Sein Schüler 
war Paul Pontius (Paul du Pont), 1596 in Ant- 
werpen geboren. Er begab sich von Vorstermann 
unter die persönliche Leitung von Rubens, dessen 
Freund er ward, und nach seinen Gemälden be- 
sonders die Lichteffecte hervorzuheben sich be- 
strebte, was ihm auch öfters sehr glücklich gelungen 
ist.  Sein Schüler Alexander Voet hat es wohl 
Verstanden, sich die Manier seines Lehrers anzu- 
eignen.  Bei Weitem der ausgezeichnetste Künstler 
der Schule War Schelte von Bolswert, zu Bols- 
wert in Friesland 1586 geboren und in einem hohen 
Alter gestorben. Keiner, wie er, verstand es, die 
malerische Wirkung der Gemälde von Rubens und 
van Dyck aufzufassen, wobei ihm Rubens selbst an 
die Hand ging, indem er durch Retouchen mit dem 
Pinsel seine Platten verbesserte. Immer die male- 
rische Wirkung seiner Stiche im Auge behaltend, 
verschmähete er den Ruhm eines schönen Grab- 
stichels, mit dem er es vorzog, die leichte und freie 
Bewegung der Radirnadel nachzuahmen. Er wählte 
für seinen Grrabstichel vornämlich Historien, liess 
sich aber auch auf die landschaftlichen Darstellungen 
seines Freundes ein, die er mit seinem rnalenden 
Grabstichel in einer grossen und einfachen Manier 
wiedergab, ohne sich jedoch auf die verborgenen 
Schönheiten einer Landschaft, auf die heiteren Con- 
traste der Lichter und Schatten einzulassen. Sein 
älterer 
Bruder 
Boetius, 
der 
1634 
als Kunsthändler
        

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