Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711765
veranlasste, andere Vorbilder, namentlich in Italien 
zu suchen. Gerade diejenigen Kupferstecher, welche, 
wie Vorstermann, Pontius und Bolswerth, am meisten 
die Unterweisung ihres Lehrers benutzten und seinen 
Forderungen am meisten genügten, und die den 
Kupferstich in Flandern zu einer nie wieder er- 
reichten Höhe brachten, hatten in keinem Lande 
würdige Nachfolger, und hatten auf die Stecherkunst 
keinen Einfluss. In Deutschland war überhaupt 
jedes Kunsttalent gebrochen; in Italien fanden ihre 
Kupferstiche keinen Beifall; man fand ihre Zeichnung 
weder schön noch rein und bezeichnete sie miss- 
achtend als Waare, die nach den Niederlanden 
schmecke. In Frankreich, wo damals die Stecher- 
kunst am höchsten stand, fanden sie auch keine 
Achtung, und als man ihre Verdienste anfing an- 
zuerkennen, liess man es dabei bewenden, und die 
Franzosen fuhren fort, ihrem eignen Geschmack und 
dem ihrer Maler zu folgen. Und dieser war so ent- 
schieden national-französisch., dass, als der Maler 
Nattier in Paris die im Palast Luxemburg befind- 
lichen Gemälde von Rubens zu zeichnen und von 
den besten Kupferstechern seiner Zeit im Jahre 
1710 stechen zu lassen unternahm, ihm dies doch 
nur so gelang, dass er den iiandrischen Meister 
französirte. Die Kupferstecherschule von Rubens 
War wie er selbst ein leuchtendes Meteor, das bald 
wieder verschwand, ohne weiteren Einfluss auf die 
Stecherkunst gehabt zu haben. Man begnügte sich, 
die grossen Meister dieser Schule zn rühmen, machte 
sie aber nicht zu einem Gegenstande des Studiums 
und der Nachahmung. Und mit diesem Meteore er-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.